Ratgeber Schlaf
 

Beeinflusst die Zeitumstellung meinen Schlaf?

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Jedes Jahr wieder werden in Deutschland die Uhren zu zwei Zeitpunkten umgestellt. Am letzten Märzwochenende stellen wir die Uhr auf Sommerzeit um und damit um eine Stunde vor. Ende Oktober gehen wir dann zurück auf die Winterzeit, die eigentlich die Normalzeit ist.

Ursprünglich wurde die Umstellung auf die Sommerzeit eingeführt um Energie zu sparen. Denn dadurch dass dann abends länger die Sonne scheint, wird das Licht weniger eingeschaltet. Diese ursprüngliche Idee ist aber ein Trugschluss, denn im Frühling und im Herbst wird im Umkehrschluss morgens auch mehr geheizt.

Trotzdem besteht die Zeitumstellung weiterhin und viele Menschen plagen sich kurz danach mit gesundheitlichen Problemen herum. Dies liegt auch an der inneren Uhr, der der Körper folgt. Diese wird besonders von Licht und Dunkelheit beeinflusst. Es ist inzwischen eindeutig belegt, dass Lichtmangel die Stimmung drückt, Wachheit erschwert und auch den Schlaf-Wach-Rhythmus stört. Lichtmangel führt unter anderem zu einem Mangel des stimmungsaufhellenden Botenstoffs Serotonin im Gehirn und zu einem morgendlichen Überhang des Dunkelheitshormons Melatonin.

Durch die Zeitumstellung werden die innere Uhr und damit auch die Hormonproduktion durcheinander gebracht.

Bei der Umstellung auf die Sommerzeit fehlt uns eine Stunde Schlaf und der Melatoninspiegel kann sich auf die Schnelle nicht umstellen. Somit sind wir morgens sehr müde und im Gegenzug dazu fühlen wir uns abends deutlich länger fit, obwohl wir um diese Uhrzeit normalerweise längst schlafen gehen.

Bei der Winterzeit hingegen dürfen wir eine Stunde länger schlafen. Doch viele Menschen wachen dann trotzdem eher auf und werden abends dementsprechend schneller müde.

Die Umstellung des Körpers auf die jeweils neue Zeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, kann aber zwischen 4 und 14 Tagen liegen.

Um die fehlende Helligkeit in der Winterzeit auszugleichen, sind Tageslichtlampen ein geeignetes Mittel. Sie simulieren Sonnenlicht und können dadurch Lichtmangelerscheinungen ausgleichen. Das fehlende Serotonin wird damit wieder vermehrt produziert und die Stimmung positiv beeinflusst.

„Helles Weißlicht kann  - gerade in der dunklen Jahreszeit -  morgens gegen schlechte Stimmung und Schlafstörungen eingesetzt werden. Das weiße Licht am frühen Morgen simuliert die Morgensonne, die einen erhöhten Blaulichtanteil hat, wodurch das Licht besonders hell erscheint. Dieses Licht lässt uns morgens besser wach werden, verbessert die Stimmung und aktiviert den Organismus, so dass wir abends leichter müde werden können, wenn wir tagsüber richtig aktiv waren.“

Dr. Michael Feld , Schlafexperte


Quellen: Schlafen für Aufgeweckte, Dr. med. Michael Feld, 3. Auflage 2015;
http://www.medizinfo.de/kopfundseele/schlafen/sommerzeit.shtml

TL 100
 
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