
Mit Diabetes leben
Diabetes und Ernährung
Diabetes-Ernährung die ohne Verbote funktioniert. Die Kraft der Ballaststoffe, gesunde Fettquellen und praktische Tipps für stabile Blutzuckerwerte im Alltag.
Moderne Diabetes-Ernährung: viel erlaubt und wenig verboten
In früheren Zeiten durften Diabetiker viele Lebensmittel nicht essen. Nicht selten war die Ernährung infolge der zahlreichen Verbote unausgewogen und einseitig. Die heute geltenden Empfehlungen zur Ernährung bei Diabetes mellitus Typ-2 basieren auf wissenschaftlich fundierten Grundlagen. Sie wurden von europäischen Organisationen in Zusammenarbeit mit nationalen Gesellschaften, wie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erarbeitet.
Während man früher den Diabetikern strenge Regeln auferlegt hat, was die Ernährung anbetrifft, wird heute bei Diabetes eine gesunde Mischkost empfohlen.
Die aktuellen Ernährungsempfehlungen für Diabetiker unterscheiden sich kaum von denen für eine allgemein gesunde Kost. Hierbei geht es in erster Linie darum, dass die Nahrungsaufnahme ausgewogen und nährstoffreich ist. Typ-2-Diabetiker, die die Ernährungsumstellung konsequent durchführen, können oftmals ihre Blutzuckerwerte ohne Medikamente in den Normbereich bringen. Bei Typ-1-Diabetes wird die Blutzuckereinstellung erleichtert.
Gewicht im Griff ohne Diät
Schnelldiäten und einseitige Ernährungsformen sind besonders für Diabetiker ungeeignet, da häufige Gewichtsschwankungen Herz und Kreislauf belasten und die Entstehung von Folgeerkrankungen begünstigen. übergewicht entsteht, wenn über einen längeren Zeitraum mehr Energie mit der Nahrung aufgenommen wird als der Körper verbrauchen kann. Werden zum Beispiel täglich 60 Kilokalorien mehr gegessen als der Körper benötigt, steigt das Gewicht in einem Jahr um zirka 3 Kilogramm an. Was über Jahre angesammelt wurde, kann nicht in wenigen Wochen wieder verschwinden. Ideal ist eine langsame und stetige Gewichtsabnahme von zirka 500 Gramm wöchentlich.
Als JoJo-Effekt wird die schnelle Wiederzunahme von Körpergewicht nach einer erfolgreichen Diät bezeichnet.
Weniger Fett macht schlank
| So viel Energie liefern die Nährstoffe | |
| 1 Gramm Kohlenhydrate | 4 kcal/ 17 kJ |
| 1 Gramm Eiweiß | 4 kcal/ 17 kJ |
| 1 Gramm Fett | 9 kcal/ 38 kJ |
| 1 Gramm Alkohol | 7 kcal/ 30 kJ |
Ein erwachsener Mensch benötigt etwa ein Gramm Fett pro Kilogramm Normalgewicht, zum Abnehmen sollten jedoch 60 Gramm Fett am Tag nicht überschritten werden. Eine günstige Aufteilung der täglichen Fettmenge ist folgende:
- 20 g Streichfett
- 20 g Koch- und Bratfett
- 20 g verstecktes Fett in Lebensmitteln
Obwohl viele Menschen bereits mit Brat- und Streichfetten sparsam umgehen, essen sie doch mehr Fett als ihnen gut tut. Das liegt daran, dass zwei Drittel der täglich aufgenommenen Nahrungsfette unsichtbar in den Lebensmitteln vorkommen. Für Verbraucher/ innen ist es nicht immer einfach, den versteckten Fettanteil in Speisen und Nahrungsmitteln zu erkennen oder richtig einzuschätzen. Während der mit Milch und Milchprodukten zugeführte Fettanteil oftmals überschätzt wird, tragen Backwaren, Fertiggerichte und Fast-Food-Produkte in erheblich höherem Maße zur Fettversorgung bei als häufig angenommen wird.
Die meisten unsichtbaren Fette werden mit Fleisch- und Wurstwaren gegessen. Es ist also nicht ausreichend, Magermilch und fettarmen Joghurt zu kaufen, wenn weiterhin fettreiche Fleisch- und Wurstsorten, frittierte Speisen oder fettes Gebäck regelmäßig auf dem Tisch stehen.
Mehr als 60 % der täglich gegessenen Fette sind mit dem Auge nicht sichtbar.
Auf die Fettart kommt es an
| Fettarme Fleisch- und Wurstwaren |
| Fleisch: Hühnerbrust, Putenbrust, Putenkeule, Rinderfleisch, Kalbfleisch, Schweineschnitzel "natur" |
| Brotbelag: Corned beef, Putenbrust, gekochter, roher und geräucherter Schinken ohne Fettrand, Lachsschinken, Bierschinken, Kassleraufschnitt |
Zu einer vielseitigen Ernährung kann durchaus Fleisch gehören. Es sollte nur nicht in großen Mengen verzehrt werden.
Diabetes mellitus ist zwar nicht heilbar in dem Sinn, dass die Erkrankung vollkommen verschwindet, mit guter Blutzuckerkontrolle können Diabetiker jedoch ein vollkommen beschwerdefreies und normales Leben führen.
Ein besonders wertvoller Fettlieferant ist Fisch. Er entspricht den Anforderungen, die an ein modernes Lebensmittel gestellt werden: Fisch ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, enthält wertvolles Eiweiß und ist meist fettärmer als eine gleich große Portion Fleisch. Das Besondere an den Wasserbewohnern ist aber, dass sie Fett-Bausteine enthalten, die in anderen Lebensmitteln gar nicht oder nur in geringer Menge vorkommen: die Omega-3-Fettsäuren. Diese Verbindungen sind wichtige Gegenspieler zu den Omega-6-Fettsäuren, die vorwiegend in tierischen Lebensmitteln vorkommen. Wenn beide Fettsäure-Gruppen in einem ausgewogenen Verhältnis mit der Nahrung aufgenommen werden, sorgen sie gemeinsam für einen geregelten Blutdruck, eine gute Durchblutung sowie körperliche und geistige Fitness.
Zwei bis drei Fischgerichte in der Woche tragen zu einer ausgeglichenen Fettbilanz bei. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Fisch kalt oder warm verzehrt wird. Kalter Fisch auf Brot oder im Salat ist ebenso wertvoll wie gegarter Fisch. Einen besonders hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren haben Lachs und Hering. Aber nicht nur Fisch liefert die wertvollen Verbindungen: in kleinerer Menge finden sich Omega-3-Fettsäuren auch in grünem Gemüse, Nüssen und Samen.
Fisch ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, enthält wertvolles Eiweiß und ist meist fettärmer als eine gleich große Portion Fleisch.
Fett reduzieren
Butter und Margarine gehören für die meisten Menschen in Deutschland zur täglichen Ernährung. Während die Butter als Fett aus der Milch schon seit „Urzeiten“ dem Menschen als Nahrungsfett dient, ist das Produkt Margarine erst vor etwa 150 Jahren entstanden.
Ballaststoffe senken den Blutzucker und das Cholesterin
Süßen mit Verstand
Haushalts- und Traubenzucker gehören zu den einfachen Kohlenhydraten. Diese Zuckerverbindungen werden wesentlich schneller vom Darm ins Blut aufgenommen als die in Brot, Kartoffeln und Getreide enthaltene Stärke. Je rascher und je mehr Zucker in die Blutbahn strömt, desto mehr Insulin produziert die Bauchspeicheldrüse. Wenn zu wenig Insulin ausgeschüttet wird oder wenn die Wirkung des Hormons verringert ist, bleiben die Blutzuckerwerte erhöht. Reduzieren Sie die einfachen Kohlenhydrate und verzichten Sie beispielsweise auf zuckerreiche Getränke.
Obst und Gemüse schützen vor Krankheiten
Während der Mensch mit zunehmendem Alter weniger Energie benötigt, bleibt der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen unverändert hoch. Vor allem für Diabetiker ist eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen wichtig, um Begleiterkrankungen, wie Augenleiden, Störungen der Nerventätigkeit und Schädigung der Blutgefäße vorzubeugen. Ein wesentlicher Beitrag zur Krankheitsprävention ist eine obst- und gemüsereiche Ernährung. Da pflanzliche Lebensmittel kalorienarm und gleichzeitig reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und pflanzlichen Farbstoffen sind, wird empfohlen, fünfmal am Tag eine Portion Obst oder Gemüse zu essen. Eine Portion entspricht dabei ein bis zwei Hände voll. Eine Portion Rohkost kann auch durch ein Glas Obst- oder Gemüsesaft ersetzt werden.
Empfehlenswert ist eine schmackhafte, ausgewogene und vollwertige Kost, die in kleinen Mengen auch Süßes enthalten darf.
So kommen Sie auf „Fünf am Tag“
- Frühstück: Ein Glas Fruchtsaft
- Zwischenmahlzeit am Vormittag: ein Stück oder eine Portion Obst
- Mittagessen: Eine Portion Gemüse zu Fleisch/ Fisch/ Ei
- Zwischenmahlzeit am Nachmittag: Ein Stück Obst oder Milchspeise mit Obst
- Abendessen: Salatteller oder Rohkostscheiben auf bzw. zum Brot oder ein Glas Gemüsesaft
Milchprodukte stärken die Nerven
Richtiges Trinken verbessert die Durchblutung
Der menschliche Körper ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr angewiesen. Eine hohe Trinkmenge verbessert die Fließeigenschaft des Blutes und fördert die Durchblutung der Organe. Der Flüssigkeitsbedarf hängt unter anderem vom Körpergewicht und von der körperlichen Betätigung ab. Die meisten Menschen benötigen zirka zwei Liter Flüssigkeit am Tag.
| Als Durstlöscher geeignet | In Maßen geeignet | ungeeignet |
| Leitungswasser | verdünnte Fruchtsäfte | Fruchtsäfte pur, Fruchtnektar, Fruchtsaftgetränk |
| Mineralwasser | süßstoffhaltige Erfrischungsgetränke , wie Limonade, Cola, Eistee | zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, wie Limonade, Eistee, Cola |
| Früchtetee | Kräutertee, Schwarzer Tee | zuckerhaltige Milchdrinks, Kakaogetränke |
| Kaffee | Alkohol |
Quelle: Renate Frank, Dipl. Oecotrophologin Ernährungberatung

Diabetes Kochbuch
Als Diabetiker musst du keineswegs auf schmackhafte Speisen verzichten – Genuss ist durchaus erlaubt. Es existieren einige Richtlinien, an die du dich beim Zubereiten der Gerichte halten solltest, daher bestehen unsere Rezepte aus frischen und gesunden Zutaten mit reduziertem Kohlenhydratgehalt. Bei jedem Gericht findest du die Nährwertinformationen, sodass du genau weißt, was auf dich zukommt. Nicht nur Diabetiker profitieren davon - das Kochbuch bietet eine breite Palette für jeden, der sich gesund ernähren möchte, ohne Abstriche zu machen.