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Beurer Magazin
Älterer Mann misst seinen Blutdruck mit dem Oberarm-Blutdruckmessgerät BM 96

Blutdruck meistern

Was ist Blutdruck?

Dein Blutdruck ist die Kraft, mit der dein Blut gegen die Wände deiner Blutgefäße drückt. Er ist einer der wichtigsten Indikatoren für deine Herz-Kreislauf-Gesundheit. Stell dir den Blutkreislauf wie ein Leitungssystem vor: Dein Herz ist die Pumpe, die das Blut durch die Adern schickt, um Organe und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Gemessen wird der Blutdruck in der Einheit „Millimeter Quecksilbersäule" (mmHg) und immer mit zwei Werten angegeben: dem oberen (systolischen) und dem unteren (diastolischen) Wert. Ein optimaler Blutdruck liegt bei Erwachsenen bei Werten um 120/80 mmHg. Dauerhaft erhöhte oder zu niedrige Werte können auf gesundheitliche Probleme hinweisen, weshalb regelmäßiges Messen deines Blutdrucks so wichtig ist. Mit einem geeigneten Blutdruckmessgerät kannst du deine Werte bequem zu Hause überwachen und bei Bedarf frühzeitig handeln.

Auf einen Blick

Dein Blutdruck ist die Kraft, mit der dein Blut gegen die Gefäßwände drückt. Er wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und durch zwei Werte angegeben: systolischer (oberer) und diastolischer (unterer) Wert.

Blutdruckwerte verstehen: Systole und Diastole einfach erklärt

Jede Blutdruckmessung liefert dir zwei Werte, die gemeinsam ein umfassendes Bild deiner Herzgesundheit ergeben. Der erste, höhere Wert ist der systolische Blutdruck. Er misst den Druck in deinen Arterien, wenn sich dein Herz zusammenzieht und das Blut kraftvoll in deinen Körper pumpt. Der zweite, niedrigere Wert ist der diastolische Blutdruck. Dieser misst den Druck, wenn dein Herzmuskel zwischen zwei Schlägen erschlafft und sich wieder mit Blut füllt. Beide Werte sind entscheidend, um deinen Blutdruck richtig zu beurteilen.

Grafik zur Symbolisierung von Systolen

Systole (Herzwert)

Der höhere systolische Wert wird im Blutdruckmessgerät immer oben angezeigt. Er gibt Auskunft darüber, welcher Druck im Gefäßsystem herrscht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und dabei das Blut in die Gefäße pumpt.

Grafik zur Symbolisierung von Diastolen

Diastole (Gefäßwert)

Der diastolische Wert steht im Messgerät immer unten und ist niedriger als der systolische. Er misst den Druck im Augenblick der Herzentspannung, also dann, wenn sich das Herz wieder mit Blut füllt.

Unterscheidung der Blutdruckwerte

Von einem optimalen Blutdruck spricht man bei Erwachsenen bei einem Messergebnis von 120 zu 80 mmHg im Ruhezustand. Die Grenze zum Bluthochdruck liegt beim systolischen Blutdruck bei 140 mmHg und beim diastolischen Wert bei 90 mmHg. Ein niedriger Blutdruck liegt vor, wenn die Werte unter die Marke von 90 mmHg beim systolischen Blutdruck und 60 mmHg beim diastolischen Blutdruck fallen.

In der Tabelle siehst du die Normal- und Optimalwerte für Blutdruck, sowie ab wann man von niedrigem Blutdruck spricht. Dabei ist es vollkommen normal, dass der Blutdruck im Laufe des Tages oder von einem Tag auf den nächsten schwankt.

Systole
(in mmHg)
Diastole
(in mmHg)
KlassifizierungFarbe des Risikoindikators
≥ 180 ≥ 110 Bluthochdruck Grad 3 (schwer)Rot
160 - 179 100 - 109 Bluthochdruck Grad 2 (mäßig)Orange
140 - 159 90 - 99 Bluthochdruck Grad 1 (mild)Gelb
130 - 139 85 - 89 Hoch normalGrün
120 - 129 80 - 84 NormalAGrün
< 120 < 80 OptimalAGrün
< 90 < 60 Zu niedriger BlutdruckBOrange

Bluthochdruck - Was ist das?

Ab einem systolischen Blutdruck von 140 mmHg und einem diastolischen Wertvon 90 mmHg spricht man von Bluthochdruck oder auch Hypertonie.

Unter dem erhöhten Blutdruck verändern sich das Herz und die Blutgefäße:

  • der Herzmuskel verdickt sich,
  • die Gefäße werden weniger elastisch und anfälliger für Verschleiß.

Diese Herz- und Gefäßveränderungen gehen vielen schweren Erkrankungen voraus – zum Beispiel Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfall.

Ursachen für einen erhöhten Blutdruck

In den meisten Fällen ist eine ungesunde Lebensweise für einen erhöhten Blutdruck verantwortlich.

Dazu gehören:

  • falsche und ungesunde Ernährung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Schlafapnoe
  • erhöhter Kochsalzkonsum

Durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten ist häufig eine Senkung des Blutdrucks möglich. Dazu zählen zum Beispiel der Abbau von Übergewicht und Stress, die Umstellung auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sowie der Verzicht auf Alkohol- und Nikotinkonsum.

Schon eine leichte Blutdrucksenkung um 5 mmHg kann Folgeschäden vorbeugen:

  • Das Schlaganfall-Risiko sinkt um bis zu 14 %.
  • Das Herzinfarkt-Risiko sinkt um bis zu 9 %.

Oft verursacht Bluthochdruck über viele Jahre hinweg keinerlei Beschwerden und bleibt daher zunächst unerkannt. Viele fühlen sich mit einem zu hohen Blutdruck jahrelang wohl und haben keine Beschwerden. Der Bluthochdruck wird dann zumeist zufällig beim Arzt entdeckt – häufig, nachdem er schon Spuren im Körper hinterlassen hat. Der einzig sichere Weg Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen, ist, den Blutdruck regelmäßig zu messen – auch wenn keine Symptome vorhanden sind.

Niedriger Blutdruck – Was ist das?

Unter einem systolischen Blutdruck von 90 mmHg und einem diastolischen Wert von 60 mmHg spricht man von einem niedrigen Blutdruck.

Dazu solltest du wissen, dass niedriger Blutdruck allein keine Krankheit ist. Erst in Kombination mit Beschwerden wie Schwindelgefühl oder Müdigkeit können ihn zu einem Problem werden lassen. Dennoch stellt zu niedriger Blutdruck, auch Hypotonie genannt, ein Gesundheitsrisiko da. Zum Beispiel können Schwindelanfälle zu gefährlichen Situationen im Alltag führen.

Allgemeine Ursachen für einen niedrigen Blutdruck

  • Alkohol
  • Schwangerschaft
  • Parkinson-Krankheit
  • Diabetes oder Nervenschäden durch Diabetes
  • Veränderungen im Herzrhythmus (Arrhythmien)
  • Unzureichende Flüssigkeitszufuhr (Dehydrierung)
  • Diuretika, Antidepressiva, Medikamente gegen Angstzustände
  • Blutverlust durch eine Verletzung, die einen plötzlichen Blutdruckabfall verursacht
  • Herzinsuffizienz; Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen (unregelmäßiger Herzschlag)
  • Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck

Woran kann ich einen niedrigen Blutdruck erkennen?

Oft verursacht zu niedriger Blutdruck keinerlei Beschwerden, kann aber mit folgenden Begleitsymptomen in Verbindung stehen:

  • Übelkeit
  • Verwirrung
  • Ohnmacht
  • Kopfschmerzen
  • Verschwommene Sicht
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Müdigkeit oder Schwächegefühl
  • Nacken- oder Rückenschmerzen
  • Herzklopfen oder das Gefühl, dass das Herz aus dem Takt gerät, flattert oder zu stark oder zu schnell schlägt
Frau misst im Garten ihren Blutdruck mit einem Handgelenkblutdruckmessgerät von Beurer

Was hilft gegen einen niedrigen Blutdruck?

Die selbst ermittelten Messwerte dienen nur zur Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung! Falls Medikamente eingenommen werden, die den Blutdruck senken, sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf keinen Fall eine eigene medizinische Entscheidung getroffen werden (z.b. hinsichtlich Dosierung). Eine ausgewogene und gesunde Ernährung sowie Wechselduschen und Bürstenmassagen können ebenfalls helfen. Regelmäßige körperliche Bewegung und Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training sowie ausreichend Flüssigkeit und Schlaf sind weitere wichtige Faktoren, die bei einem zu niedrigen Blutdruck helfen können. Bei niedrigem Blutdruck ist es außerdem ratsam, den Alkoholkonsum zu reduzieren. Es ist auch wichtig, auf eine ausgewogene Salzaufnahme zu achten, da eine salzhaltige Ernährung den Blutdruck erhöhen kann.


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Häufige Fragen & Antworten

Quellen

A Stiftung Gesundheitswissen: Blutdruck messen