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Beurer Magazin
Ein Mann sitzt am Tisch und misst seinen Blutdruck mit einem Handgelenkblutdruckmessgerät.

Blutdruck meistern

Blutdruck-Tests richtig lesen: was ein Testurteil sagt und was nicht

Ein Testurteil zeigt, wie ein Testmedium ein Blutdruckmessgerät an einem bestimmten Datum im Vergleich zu anderen Geräten bewertet hat. Ob ein Gerät genau misst, zeigt dagegen eine Prüfung gegen ein Referenzverfahren. Der richtige Anlaufpunkt dafür ist die Geräteliste der Deutschen Hochdruckliga.

Blutdruck-Tests richtig lesen: was ein Testurteil sagt und was nicht

Ein erster auffälliger Wert, und schon liegt eine Testübersicht vor dir: Noten, Plätze, Sieger. Doch welchem Urteil kannst du trauen, und was heißt „Blutdruckmessgerät Test: worauf achten“ ganz konkret? Bei uns erfährst du, was ein Testurteil aussagt und was nicht. Ein Beispiel für einen belastbaren Nachweis: Das Beurer BM 58 steht auf der Geräteliste der Deutschen Hochdruckliga, mit dem Eintrag 2015, Oberarm, ÄP.

Was ein Test an einem Blutdruckmessgerät prüft

Ein Test an einem Blutdruckmessgerät prüft, wie das Gerät im Vergleich zu anderen Geräten abschneidet. Er gilt für ein bestimmtes Datum und folgt den Kriterien des jeweiligen Mediums. Am Ende stehen eine Note, ein Platz oder ein Prädikat.

Eine Validierung prüft etwas anderes: Sie misst das Gerät an vielen Menschen gegen ein Referenzverfahren und zeigt, wie weit seine Werte davon abweichen. Das Referenzverfahren ist die auskultatorische Messung: Zwei geschulte Personen hören die Geräusche am Arm mit einem Doppelstethoskop ab. Dabei kennen sie die Messergebnisse der jeweils anderen Person nicht.

Was Validierung nach ISO 81060-2 bedeutet

Validierung nach ISO 81060-2 bedeutet, dass ein Blutdruckmessgerät nach dieser Norm gegen das Referenzverfahren geprüft wurde. Die Norm verlangt Prüfungen an mindestens 85 Probanden und zwei bestandene Kriterien.

Nach Kriterium 1 darf die mittlere Abweichung zwischen Gerät und Referenz höchstens ±5 mmHg betragen. Die Standardabweichung darf höchstens 8 mmHg betragen.

Eine Validierung gilt immer für ein konkretes Gerät in einer konkreten Studienpopulation. Auf andere Modelle lässt sie sich nicht übertragen, jedes Gerät zählt für sich.

Wo findest du geprüfte Geräte? In Deutschland führt die Deutsche Hochdruckliga eine Geräteliste. Ein mit „ÄP“ gekennzeichnetes Gerät ist technisch baugleich mit einem bereits validierten anderen Messgerät. Das Prüfsiegel steht nicht immer auf der Verpackung. Deshalb lohnt der Blick in die Liste selbst.[1] Wir empfehlen ihn dir vor jedem Kauf eines Blutdruckmessgeräts.

Mehrere unserer Oberarmgeräte stehen auf dieser Liste, etwa das Beurer BM 27, das Beurer BM 28 und das Beurer BM 53.[1] Für zertifizierte Geräte verweist auch die Deutsche Herzstiftung auf das Siegel der Hochdruckliga.[2]

Woran sich Genauigkeit tatsächlich zeigt

Im Alltag benutzt du „genau“ und „präzise“ meist für dasselbe. Bei Messgeräten lohnt es sich, die beiden auseinanderzuhalten: Ein Gerät misst genau, wenn seine Werte im Mittel nah am Referenzwert liegen. Es misst präzise, wenn wiederholte Messungen ähnliche Werte liefern. Ein Gerät kann deshalb präzise und trotzdem ungenau sein: Zeigt es dreimal hintereinander 150 mmHg an, während die Referenzmessung 140 mmHg ergibt, streuen die Werte kaum, sie liegen aber im Mittel daneben.

Die beiden Kriterien der Norm bilden genau das ab: Die mittlere Abweichung steht für die Genauigkeit, die Standardabweichung für die Präzision.

Ob dein eigenes Gerät richtig misst, prüfst du mit einer manuellen Vergleichsmessung, und dabei gehst du so vor:

  1. Lass direkt nach der automatischen Messung manuell nachmessen, etwa in der Apotheke oder im Sanitätsfachhandel. Zwischen beiden Messungen dürfen höchstens 60 Sekunden liegen.[1]
  2. Wiederhole das insgesamt dreimal und miss immer am selben Arm.[1]
  3. Die Abweichungen sollten im Schnitt nicht mehr als plus/minus 10 mmHg betragen.[1]

Zwei Geräte einfach nacheinander zu vergleichen, führt dagegen oft in die Irre. Ein direkter Vergleich der Messwerte verschiedener Geräte kann zu erheblichen Abweichungen führen, weil der Blutdruck innerhalb kürzester Zeit stark schwanken kann.[1] Das ist kein Fehler des Geräts, denn der Blutdruck selbst ändert sich.

Ein Testurteil lesen: Skala, Feldgröße, Datum

Ein Testurteil liest du richtig, wenn du fünf Angaben zusammen siehst: Medium, Testtitel, Datum, Note mit Skala und Platz mit der Zahl der getesteten Geräte. Fehlt eine davon, lässt sich das Urteil kaum einordnen. Wir zeigen es dir an einem Beispiel.

Ein Mann misst seinen Blutdruck mit dem Beurer BM 53 an einem Holztisch.
Ein Mann misst seinen Blutdruck mit dem Beurer BM 53 an einem Holztisch.

So sieht eine vollständige Fundstelle aus, am Beispiel unseres Beurer BM 53:

Angabe Beispiel
Medium chip.de
Testtitel „Beurer BM 53 im Test“
Datum 22.04.2026
Note mit Skala 1,4 (sehr gut) auf der Schulnotenskala
Platz mit Feldgröße Platz 4 von 19 in der Bestenliste

Das Testurteil von CHIP für das Beurer BM 53 lautet sehr gut (1,4). In der Bestenliste steht es auf Platz 4 von 19.[3] Auch auf der Geräteliste der Deutschen Hochdruckliga steht das Beurer BM 53, mit dem Eintrag 2023, Oberarm, ÄP.[1] Beides zusammen ergibt ein klares Bild: eine gute Testnote und einen Eintrag auf der Geräteliste.

Du solltest außerdem darauf achten, wie alt ein Test ist und ob du ihn frei nachlesen kannst. Ein Urteil hinter einer Bezahlschranke kannst du nicht prüfen, und ein Test, der schon einige Jahre alt ist, beschreibt womöglich ein Gerät, das so gar nicht mehr im Handel steht. Ein frei lesbarer und aktueller Test ist deshalb die bessere Grundlage.

Was ein Testurteil über die Genauigkeit nicht sagt

Ein Testurteil sagt nicht, ob ein Gerät nach der Norm validiert ist. Eine Note fasst die Kriterien des jeweiligen Mediums zusammen und gilt nur für das getestete Modell zum Testdatum.

Woran du ein seriöses Testportal erkennst, zeigen dir diese Punkte:

  • Es nennt Medium, Testtitel und Datum.
  • Es gibt die Note mit Skala und den Platz mit der Zahl der getesteten Geräte an.
  • Der Test ist frei zugänglich und lässt sich nachlesen.
  • Das Portal hat die Geräte selbst getestet und gibt nicht nur die Ergebnisse anderer wieder.

Für die Frage nach der Messgenauigkeit ist die Liste der Hochdruckliga der bessere Anlaufpunkt als eine Bestenliste, und wer beides kombiniert, entscheidet sicherer.

Worauf beim Kauf wirklich zu achten ist

Beim Kauf achtest du zuerst auf die Hochdruckliga-Liste, dann auf die passende Manschette und erst danach auf Ausstattung und Testurteile, denn die Reihenfolge zählt. Die Oberarmmanschette sollte maximal zwei Drittel des Oberarms abdecken.[1] Wie du deine Größe findest, zeigt unser Manschetten-Guide für die passende Größe.

Unser Beurer BM 58 erfüllt den ersten Punkt: Die Hochdruckliga führt es mit dem Eintrag 2015, Oberarm, ÄP.[1] Dazu bringt das Oberarm-Blutdruckmessgerät mit XL-Schwarzdisplay eine durchdachte Ausstattung mit:

  • Risikoindikator mit integrierter Skala im Display zur Einstufung deiner Messergebnisse.
  • Mittelwerte: den Durchschnitt aller gespeicherten Werte und den Morgen- und Abendblutdruck der letzten 7 Tage.
  • Zwei Benutzer mit je 60 Messwerten.
  • PC-Schnittstelle: Mit dem mitgelieferten USB-Kabel überträgst du die Werte bequem auf den PC.
  • Manschette für Oberarmumfänge von 22 bis 30 cm, eine XL-Manschette für 30 bis 42 cm gibt es als Zubehör.

Mehr zum Gerät liest du in unserem Porträt Beurer BM 58: Modernes Oberarm-Blutdruckmessgerät. Welche Vorteile die Messung am Oberarm generell hat, erklären wir im Ratgeber zum Blutdruckmessgerät für den Oberarm.

Unsere Geräte liefern dir Werte für die Beobachtung zu Hause. Die Einordnung eines auffälligen Werts gehört zu deiner Ärztin oder deinem Arzt. Sieh dir das Beurer BM 58 an oder vergleiche alle unsere Oberarm-Blutdruckmessgeräte.

Häufig gestellte Fragen

Woher weiß ich, ob mein Blutdruckmessgerät richtig misst?

Mit einer manuellen Vergleichsmessung: Lass innerhalb von 60 Sekunden nach der automatischen Messung manuell nachmessen, dreimal am selben Arm; im Schnitt sollten beide Werte höchstens 10 mmHg voneinander abweichen. Zusätzlich hilft ein Blick auf die Geräteliste der Deutschen Hochdruckliga, auf der zum Beispiel das Beurer BM 58 steht.

Welche Testportale sind seriös?

Seriöse Testportale nennen Medium, Testtitel und Datum, geben eine Note mit Skala und einen Platz mit der Zahl der getesteten Geräte an und prüfen die Geräte selbst. Ein Beispiel für eine vollständige Angabe ist das Beurer BM 53 bei chip.de: Note 1,4, Platz 4 von 19, Test vom 22.04.2026.

Was ist der Unterschied zwischen Präzision und Genauigkeit?

Genauigkeit beschreibt, wie nah die Werte eines Geräts im Mittel am Referenzwert liegen. Präzision beschreibt, wie stark die Werte bei wiederholter Messung streuen. Die Norm ISO 81060-2 prüft beides, über die mittlere Abweichung und die Standardabweichung.

Was bedeutet ÄP bei Blutdruckmessgeräten?

ÄP kennzeichnet auf der Liste der Deutschen Hochdruckliga ein Gerät, das technisch baugleich mit einem bereits validierten anderen Messgerät ist. Das Beurer BM 58 trägt diesen Eintrag seit 2015, das Beurer BM 53 seit 2023.

Quellen

  1. hochdruckliga.de
  2. herzstiftung.de
  3. chip.de
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