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Blutdruckmessgerät für den Oberarm in wohnlicher Atmosphäre

Blutdruck meistern

Blutdruck messen in der Schwangerschaft: Welches Gerät?

Dieser Ratgeber zeigt dir, warum in der Schwangerschaft nicht jedes Blutdruckmessgerät geeignet ist, und worauf du bei einem validierten Oberarm-Messgerät achten solltest: Validierung für Schwangere, passende Manschette, feste Messroutine und klare Grenzwerte.

Blutdruck messen in der Schwangerschaft: Welches Gerät?

Warum nicht jedes Gerät während der Schwangerschaft geeignet ist

Während der Schwangerschaft ist nicht jedes Blutdruckmessgerät gleich gut geeignet. Dein Kreislauf verändert sich in dieser Zeit so stark, dass ein Gerät benötigt wird, das die Werte unter genau diesen Bedingungen zuverlässig erfasst. Die Blutmenge, die dein Herz pro Minute pumpt, erhöht sich im Laufe der Schwangerschaft um 30 bis 50 Prozent, dein Ruhepuls steigt von durchschnittlich rund 70 auf bis zu 90 Schläge pro Minute[1][2]. Hinzu kommt, dass der Blutdruck im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel üblicherweise sinkt und im letzten Drittel wieder auf den vorherigen Wert ansteigen kann[1].

In bis zu 8 Prozent der Schwangerschaften entwickelt die werdende Mutter Bluthochdruck, meist ab der 20. Schwangerschaftswoche[1]. Hoher Blutdruck bei werdenden Müttern zählt zu den häufigsten Ursachen für Schwangerschaftskomplikationen[1]. Da der Blutdruck in der Schwangerschaft kurzzeitig stark steigen kann, ist es möglich, dass eine Hypertonie zwischen zwei Arztbesuchen unentdeckt bleibt. Zu diesem Schluss kamen die Autoren der BUMP-1-Studie im Fachjournal JAMA, die in der Deutschen Apotheker Zeitung zitiert wird. Für viele Schwangere stellt sich daher die Frage nach einer Selbstmessung zu Hause[3].

Für das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga werden Geräte an mindestens 96 Personen aus drei Altersgruppen getestet[5]. Soll ein Gerät von Schwangeren eingesetzt werden, gibt es dafür einen eigenen Prüfungsteil[4]. Für die Schwangerschaft gibt es deshalb Geräte, deren Messgenauigkeit zusätzlich bei Schwangeren bestätigt wurde.

  • Die Blutmenge, die dein Herz pro Minute pumpt, steigt um 30 bis 50 Prozent, dein Herz leistet deutlich mehr als vor der Schwangerschaft[1].
  • Dein Blutdruck sinkt im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel typischerweise ab und kann im letzten Drittel wieder ansteigen[1].
  • Soll ein Gerät bei Schwangeren eingesetzt werden, gibt es im Prüfverfahren der Deutschen Hochdruckliga einen eigenen Prüfungsteil[4].

Was Validierung für Schwangerschaft und Präeklampsie bedeutet

Validierung bedeutet bei einem Blutdruckmessgerät, dass seine Messgenauigkeit gegen ein Referenzverfahren geprüft wurde, bei dem zwei unabhängige Spezialisten den Blutdruck manuell abhören. Das CE-Zeichen allein belegt das nicht: Viele im Handel erhältliche Geräte liefern unzuverlässige Werte, und das CE-Zeichen sichert noch keine Messgenauigkeit, wie die Deutsche Hochdruckliga klarstellt[5].

Wie die Hochdruckliga die Messgenauigkeit prüft

Die Deutsche Hochdruckliga testet Geräte an mindestens 96 Probanden aus drei Altersgruppen, deutlich mehr, als das Medizinproduktegesetz fordert[4][5]. Zum Beispiel prüft die Stiftung Warentest die Messgenauigkeit an 32 Probanden. Aus Sicht der Deutschen Hochdruckliga ist damit statistisch kein ausreichendes Urteil über die Messgenauigkeit möglich, weil bereits kleinste Herzunregelmäßigkeiten bei Probanden zu Messfehlern führen können, die dann dem Gerät angelastet werden[5].

Soll ein Gerät bei Schwangeren eingesetzt werden, gibt es im Prüfverfahren der Deutschen Hochdruckliga einen eigenen Prüfungsteil, in dem ein Gerät klinisch validiert wird[4]. Der Begriff „klinisch validiert“ gilt immer nur für das konkret geprüfte Modell, nie pauschal für eine ganze Modellreihe.

Warum kann eine Selbstmessung in der Schwangerschaft sinnvoll sein: Eine Selbstmessung zu Hause kann laut einem Cochrane Review dazu führen, dass bei mehr Frauen eine Präeklampsie diagnostiziert wird, die Evidenz dafür ist allerdings unsicher[6]. In der randomisierten BUMP-1-Studie erkannte die zusätzliche Selbstmessung den Bluthochdruck nicht früher als die reguläre Schwangerenvorsorge[3]. Die Selbstmessung ergänzt also die Vorsorge, sie ersetzt sie nicht.

  • Validierung: geprüfte Messgenauigkeit, idealerweise mit Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga
  • Manschette: passende Größe für deinen gemessenen Oberarmumfang
  • Speicher: ausreichend Platz und Mittelwertbildung, damit deine Praxis den Verlauf sieht

Messroutine: wann, wie oft, in welcher Position

Eine Messroutine während der Schwangerschaft bedeutet üblicherweise zweimal täglich zur gleichen Zeit messen, idealerweise morgens und abends[1]. Das geeignete Gerät sowie dessen Handhabung solltest du am besten mit deiner betreuenden Praxis besprechen[1]. Wie häufig du messen solltest, hängt von deiner individuellen Situation ab, und die genaue Empfehlung gehört in die Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

  1. Setz dich vor jeder Messung mindestens fünf Minuten ruhig hin und sprich während der Messung nicht[1].
  2. Führe zwei Messungen im Abstand von mindestens einer Minute durch und notiere beide Werte[1].
  3. Bei der Erstvorstellung in der Praxis wird an beiden Armen gemessen[1].
  4. Messe sitzend und halte die Manschette auf Herzhöhe, etwa 2 bis 3 cm über der Ellenbeuge[1].
  5. Schreibe deine Werte in den Blutdruckpass oder speichere sie digital, damit der Verlauf auf einen Blick erkennbar ist[5].

Entscheidend ist der Verlauf, nicht der Einzelwert: Weil sich der Blutdruck über den Tagesverlauf ständig ändert, ist es wichtig, ihn über einen längeren Zeitraum immer zur selben Zeit zu messen, und die Werte aufzuschreiben oder digital zu speichern, damit die Praxis den Verlauf auf einen Blick sieht[5]. Viele Geräte berechnen deshalb den Morgen- und Abendblutdruck der letzten 7 Tage. Genau diese Verlaufswerte sind es, die im nächsten Vorsorgetermin weiterhelfen.

Warum am Oberarm gemessen wird

Am Oberarm wird gemessen, weil die Manschette dort annähernd auf Herzhöhe sitzt und Haltungsfehler deshalb weniger stark durchschlagen; Handgelenksgeräte liefern laut Deutscher Hochdruckliga bei korrekter Messtechnik ebenfalls genaue Werte[5]. Ein weiterer Grund: Da die Gefäßquerschnitte am Handgelenk kleiner sind als am Oberarm, kann es bei Verhärtung der Blutgefäße schneller zu Messfehlern kommen[5].

Messungen am Handgelenk hängen außerdem stark von der Armhaltung ab: Für Beurer-Geräte gilt z.B. - liegt das Handgelenk im Sitzen zum Beispiel flach auf dem Tisch, wird der Blutdruck um etwa 7 bis 8 mmHg überschätzt, weil eine Differenz zur Herzhöhe besteht; 1,5 cm Höhendifferenz entsprechen rund 1 mmHg.

Auch COMPUTER BILD führt das im Blutdruckmessgeräte-Test 2026 auf die Haltung zurück: Am Oberarm sitzt die Manschette ohnehin nahe der Herzhöhe, am Handgelenk musst du sie während der gesamten Messung dorthin halten[7]. Weitere Ursachen von Messfehlern sind:

  • Zu früh nach Belastung messen
  • Beim Messen sprechen
  • Den Arm nicht auf Herzhöhe lagern
  • Eine unpassende Manschette verwenden

Diese Fehler nennt Prof. Dr. med. Jörg Latus als die häufigsten beim Blutdruckmessen[7]. Miss bei der Auswahl der Manschettengröße deshalb den Umfang deines Oberarms und wähle die Manschette passend aus, schätzen reicht nicht; die Oberarmmanschette sollte maximal zwei Drittel des Oberarms abdecken[5]. Eine unpassende Manschette verfälscht die Werte.

Wann Werte ärztlich abgeklärt gehören

Du solltest die Werte umgehend ärztlich abklären lassen, wenn sie über 160/110 mmHg liegen: Bluthochdruck in der Schwangerschaft gilt als leicht erhöht bei Werten von 140 bis 159 zu 90 bis 109 mmHg oder als schwer erhöht bei Werten über 160/110 mmHg[1]. Bei schwer erhöhten Werten steigt das Risiko für Komplikationen so deutlich, dass die Behandlung in der Klinik erfolgen sollte[1][8]. Mögliche Folgen von schwer erhöhtem Blutdruck sind:

  • Sehstörungen wie Flimmern oder verschwommenes Sehen[8]
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Plötzliche Wassereinlagerungen
  • Starke Gewichtszunahme von mehr als einem Kilogramm pro Woche[8]
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verminderte Urinausscheidung

Diese Warnzeichen sollten unabhängig vom gemessenen Wert einen sofortigen Anruf bei deiner Praxis auslösen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Präeklampsie sollte abgeklärt werden: Sie tritt bei etwa 2 bis 5 Prozent der Schwangeren auf, meist nach der 20. Schwangerschaftswoche[8]. Sie kann übrigens auch in den ersten 48 Stunden nach der Geburt und im Wochenbett entstehen[8].

Gleichzeitig gilt: Ein einzelner Messwert ist keine Diagnose. Erst wenn zu einem neu aufgetretenen, erhöhten Blutdruck zusätzliche Beschwerden oder Organschäden kommen, spricht die Ärztin oder der Arzt von einer Präeklampsie[8]. Dein Heimgerät ergänzt die Vorsorge, es ersetzt sie nicht.

Oberarmgeräte im Vergleich

Unsere Empfehlung basiert auf drei Kriterien: geprüfte Messgenauigkeit, passende Manschette und ausreichend Speicher für den Verlauf. Die folgenden Beurer Modelle stehen auf der geprüften Liste der Deutschen Hochdruckliga[5].

Gerät Typ Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga (Jahr)
BM 58 Oberarm 2015
BM 27 Oberarm 2023
BM 28 Oberarm 2023
BM 53 Oberarm 2023

Das BM 28 ist dabei unsere stärkste Empfehlung für die Schwangerschaft: Seine Messgenauigkeit wurde durch eine klinische Validierungsstudie unter schwangeren Probandinnen bestätigt.

Zum Einordnen von Testberichten: Ein Testurteil einer Redaktion ist kein Genauigkeitsnachweis. Für die klinische Genauigkeit zählt die Validierung der Messgenauigkeit gegen ein Referenzverfahren, nicht eine Redaktionsnote. Das BM 53 etwa erhielt die Testnote 1,4 auf der Schulnotenskala von 1 bis 6 bei chip.de, „Beurer BM 53 im Test“ vom 22.04.2026, Platz 4 von 19 Geräten[9].

Welches Gerät am besten zu dir passt, entscheidet deine Situation: Die Auswahl unserer Blutdruckmessgeräte gibt einen ersten Überblick, die Kategorie der Oberarm-Blutdruckmessgeräte hilft beim Vergleich der Modelle für zu Hause.

Unsere Empfehlung: das BM 28

Das BM 58 steht seit 2015 auf der geprüften Liste der Deutschen Hochdruckliga, ist laut Beurer-Produktdaten aber nicht zusätzlich für Schwangere validiert; für die Messung in der Schwangerschaft empfehlen wir deshalb das BM 28[5]. Folgende Eigenschaften zeichnen das BM 28 besonders aus:

  • Universalmanschette, die auch größere Oberarmumfänge abdeckt; die genaue Angabe steht auf der Produktseite
  • 4 Benutzer mit je 30 Speicherplätzen, Manschettensitzkontrolle und Ruheindikator
  • Durchschnittswertberechnung, einschließlich Morgen- und Abendblutdruck der letzten 7 Tage
  • Blutdruckpass zur Dokumentation der gemessenen Werte
  • Übernahme der Werte in die App „beurer HealthManager Pro“ per Scan and Save
  • Arrhythmie-Erkennung, die auf eine mögliche Herzrhythmus-Unregelmäßigkeit hinweist; die ärztliche Abklärung ersetzt sie nicht

So nutzt du das Gerät in deiner Situation: Sprich die Messroutine mit deiner betreuenden Praxis ab, dokumentiere jeden Wert und nimm den Verlauf mit in den nächsten Termin. Für finale Aussagen zur Eignung und zu Kontraindikationen gilt immer die beiliegende Gebrauchsanweisung. Alle Details und die aktuellen Angaben findest du auf der Produktseite des Beurer BM 28.

Das Beurer BM 28, Oberarm-Blutdruckmessgerät, Produktansicht

Quellen

  1. hochdruckliga.de
  2. msdmanuals.com
  3. deutsche-apotheker-zeitung.de
  4. hochdruckliga.de
  5. Blutdruckmessgeräte mit Prüfsiegel
  6. cochrane.org
  7. computerbild.de
  8. ndr.de
  9. chip.de

Häufig gestellte Fragen

Welches Blutdruckmessgerät in der Schwangerschaft?

Ein validiertes Oberarm-Blutdruckmessgerät mit einer Manschette, die zu deinem Oberarmumfang passt. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt für zu Hause vor allem Oberarmgeräte und prüft Geräte an mindestens 96 Probanden, für Schwangere gibt es einen eigenen Prüfungsteil im Prüfprotokoll.

Blutdruck messen in der Schwangerschaft: wie oft?

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt, zweimal täglich zur gleichen Zeit zu messen, idealerweise morgens und abends. Vor jeder Messung mindestens fünf Minuten ruhig sitzen, zwei Messungen im Abstand von mindestens einer Minute, beide Werte notieren. Die genaue Routine stimmst du mit deiner betreuenden Praxis ab.

Welche Blutdruckwerte sind normal in der Schwangerschaft?

Die Zielwerte liegen unter 140 mmHg systolisch und unter 90 mmHg diastolisch. Leichter Bluthochdruck gilt als 140 bis 159 über 90 bis 109 mmHg, schwer ab über 160/110 mmHg. Die Grenzwerte basieren auf der Messung in der Praxis, ein einzelner Heimwert ist keine Diagnose.

Präeklampsie: worauf achte ich beim Blutdruck selbst messen?

Melde dich ab 160/110 mmHg sofort in der Praxis oder Klinik. Auch unabhängig vom Wert gelten Sehstörungen, Oberbauchschmerzen, plötzliche Wassereinlagerungen und eine Gewichtszunahme von mehr als einem Kilogramm pro Woche als Warnzeichen, die sofort abgeklärt gehören.

Kann ich in der Schwangerschaft auch am Handgelenk messen?

Handgelenkgeräte messen verlässlich, wenn du das Handgelenk während der gesamten Messung auf Herzhöhe hältst. Liegt das Handgelenk unter Herzhöhe, wird der Blutdruck um etwa 7 bis 8 mmHg überschätzt. Für die Schwangerschaft wird daher ein Oberarmgerät empfohlen.

Welche Manschette brauche ich für das Blutdruckmessgerät?

Miss den Umfang in der Mitte deines Oberarms und wähle die Manschette danach. Die Manschette des empfohlenen Geräts deckt gängige und größere Oberarmumfänge ab; die genaue Angabe steht auf der Produktseite. Eine unpassende Manschette verfälscht die Werte.