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Beurer Magazin

Blutdruck meistern

Blutdruckmessgerät Handgelenk oder Oberarm? Welche Wahl wirklich Sinn macht

Oberarm-Blutdruckmessgeräte gelten als Goldstandard und sind die erste Wahl bei den meisten Anwendern, vor allem bei Personen mit Diabetes, Arteriosklerose, Rauchern und Älteren — bei diesen Gruppen können Handgelenkgeräte aufgrund von Gefäßveränderungen ungenauere Werte liefern.A Handgelenkgeräte sind kompakter, einfacher anzulegen und gut für unterwegs geeignet, erfordern aber strikte Einhaltung der Herzhöhe während der Messung — sonst weichen die Werte deutlich ab.C Bei korrekter Anwendung liefern beide Bauformen vergleichbare Genauigkeit. Wir bieten beide Varianten an — Oberarmgeräte wie unsere Modelle BM 25, BM 27, BM 81 und Handgelenkgeräte wie unsere BC-Serie. Die Wahl hängt von deinem Risikoprofil, deinem Oberarmumfang und deinem Mess-Anlass ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Oberarmgeräte gelten als Goldstandard und sind die erste Wahl bei Diabetes, Arteriosklerose, Rauchen und höherem Alter. Handgelenkgeräte sind kompakt und reisefreundlich, erfordern aber strikte Einhaltung der Herzhöhe.
  • Pro 10 cm Höhenabweichung des Messpunkts vom Herzen verändert sich der Messwert um etwa 8 mmHg — bei Handgelenkgeräten ist das die häufigste Fehlerquelle.
  • Beurer bietet beide Bauformen: Oberarmgeräte BM 25 (Einstieg), BM 27 (universell), BM 81 (mit HealthManager Pro App-Anbindung) sowie Handgelenkgeräte der BC-Serie mit Positionsanzeige.
Zuletzt aktualisiert: 8. Mai 2026

Wer in der Apotheke oder online ein Blutdruckmessgerät kauft, steht schnell vor der ersten Grundsatzfrage: Oberarm oder Handgelenk? Beide Bauformen haben ihre Berechtigung, beide sind in zertifizierter Qualität verfügbar — und doch sind sie nicht für jeden gleich geeignet. Die Entscheidung beeinflusst nicht nur den Komfort beim Messen, sondern auch die Aussagekraft deiner Werte. Dieser Leitfaden vergleicht beide Bauformen anhand der Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga und der Deutschen Herzstiftung, zeigt typische Anwendungsfälle und nennt klare Kriterien, wann welches Gerät die richtige Wahl ist — inklusive Hinweisen zu Risikogruppen und besonderen Lebenssituationen.

Wie sich Oberarm- und Handgelenkgeräte technisch unterscheiden

Beide Bauformen messen den Blutdruck oszillometrisch. Eine Manschette wird mit Luft gefüllt, drückt das Gefäß ab, und das Gerät erkennt die Druckschwankungen, die beim Wiedereinströmen des Blutes entstehen. Daraus berechnet die Software den systolischen und diastolischen Wert.

Oberarmgeräte:

  • Manschette wird am Oberarm angelegt, etwa zwei Querfinger über der Ellenbeuge
  • Messpunkt liegt direkt über der Arteria brachialis, der großen Oberarm-Arterie
  • Liegt nahe am Herzen, sodass die Werte weniger von Lagerungs- oder Höhenfehlern beeinflusst werden
  • Manschettengrößen reichen typischerweise von 22 bis 42 cm

Handgelenkgeräte:

  • Gerät und Manschette in einer Einheit am Handgelenk
  • Messpunkt über der Arteria radialis
  • Höhenposition während der Messung muss aktiv gehalten werden — das Handgelenk muss in Herzhöhe sein
  • Manschettengröße ist meist Universalgröße für Erwachsene

Beide Bauformen sind gleichermaßen klinisch validiert verfügbar und tragen bei zertifizierten Modellen das Siegel der Deutschen Hochdruckliga.B Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Technik selbst, sondern in der Fehleranfälligkeit der Anwendung.C

Wo Handgelenkgeräte ihre Stärken haben

Handgelenkgeräte werden oft unterschätzt. Sie sind nicht das schlechtere Gerät, sondern die andere Bauform mit eigenen Vorteilen.

Stärken im Überblick:

  • Kompakt und reisefreundlich: Passen in jede Handtasche oder Reisetasche, lassen sich auch im Hotelzimmer schnell anwenden
  • Schnelle Einsatzbereitschaft: Du musst keinen Ärmel hochkrempeln und keine Manschette am Oberarm fixieren — Manschette ums Handgelenk, fertig
  • Universell passend: Eine Manschettengröße deckt fast alle Erwachsenen ab, keine Größendiskussion nötig
  • Gute Wahl bei sehr großen Oberarmumfängen: Wenn die Standardmanschette eines Oberarmgeräts nicht passt und du die größere Variante nicht haben möchtest
  • Praktisch im Sitzen am Schreibtisch: Wer regelmäßig im Büro misst, mag die diskrete Form

Wann Handgelenkgeräte die richtige Wahl sind:

  • Du reist viel und möchtest dein Gerät immer dabei haben
  • Dein Oberarmumfang ist außerhalb der Standardgrößen
  • Du hast Probleme mit dem Anlegen einer Oberarmmanschette (z.B. eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter)
  • Du misst gelegentlich, hauptsächlich zur Selbstkontrolle

Wichtig: Diese Vorteile entfalten sich nur, wenn du die Mess-Routine konsequent einhältst — vor allem die Position des Handgelenks in Herzhöhe.

Warum Oberarmgeräte als Goldstandard gelten

Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Hochdruckliga empfehlen Oberarmgeräte als erste Wahl.A Diese Einordnung hat klare Gründe.

Vorteile der Oberarmmessung:

  • Geringere Fehleranfälligkeit: Bei korrekter Manschettenanlage ist die Position des Messpunkts automatisch in Herzhöhe — auch bei lockerer Sitzhaltung
  • Direktere Messung großer Arterien: Die Arteria brachialis ist eine kräftige Arterie, deren Druckschwankungen leichter und reproduzierbarer zu erfassen sind
  • Standard in Arztpraxen: Vergleichbarkeit mit Praxismessungen ist gegeben, ohne systematische Bauform-Differenz
  • Bessere Werte bei Risikogruppen: Bei Diabetes, Arteriosklerose, Raucherinnen und Rauchern und älteren Menschen sind Oberarmgeräte deutlich genauerA
  • Größere Speicherkapazität und mehr Funktionen: Oberarmgeräte haben oft größere Displays, mehr Speicherplätze und bei Premium-Modellen App-Anbindung

Wann Oberarmgeräte die richtige Wahl sind:

  • Bei diagnostiziertem Bluthochdruck oder grenzwertigen Werten
  • Bei Diabetes, Arteriosklerose, Rauchen, höherem Lebensalter
  • Bei medikamentöser Therapie, die regelmäßige Messungen erfordert
  • Wenn du ein Gerät zum Vergleich mit der Praxismessung suchst
  • Bei der Erstanschaffung als „Standardlösung" ohne besondere Spezialanforderungen

Unsere Oberarmgeräte wie das BM 25, BM 27 und das BM 81 decken diese Anforderungen mit unterschiedlichen Funktionsumfängen ab — von der einfachen Bedienung bis zur Bluetooth-Anbindung an unsere beurer HealthManager Pro App.

Produktansicht: Beurer BM 27
Produktansicht: Beurer BM 27

Wann Handgelenkgeräte ungenauer messen können

Die Diskussion „Handgelenk vs Oberarm" entbrennt häufig an der Frage der Genauigkeit. Die Antwort ist differenziert: bei korrekter Anwendung sind beide vergleichbar, bei einigen Personengruppen schneiden Handgelenkgeräte allerdings systematisch schlechter ab.

Risikogruppen, die besser ein Oberarmgerät wählen:

  • Personen mit Arteriosklerose: Verengte oder versteifte Gefäße verfälschen die Messung am Handgelenk häufiger als am OberarmA
  • Diabetiker: Die Mikroangiopathie an den distalen Gefäßen kann zu unzuverlässigen Werten am Handgelenk führen
  • Raucherinnen und Raucher: Das Rauchen begünstigt Gefäßveränderungen, die die Handgelenkmessung beeinträchtigen
  • Ältere Menschen (über 75 Jahre): Altersbedingte Versteifung der peripheren Gefäße macht Handgelenkmessungen weniger reliabelA
  • Menschen mit kalten Händen oder durchblutungsbedingt häufig gefühllosen Fingern: Periphere Durchblutungsstörungen verfälschen die Werte

Häufige Anwendungsfehler bei Handgelenkgeräten:

  • Die Höhe des Handgelenks weicht während der Messung von der Herzhöhe abC, E — pro 10 cm Abweichung verändert sich der Wert um etwa 8 mmHg
  • Die Manschette sitzt nicht straff genug oder zu straff — beides erzeugt Messfehler
  • Der Arm wird während der Messung nicht entspannt gelagert
  • Das Handgelenk wird gegen den Brustkorb gedrückt anstatt locker auf einen Tisch zu legen

Wenn du dich trotz dieser Hinweise für ein Handgelenkgerät entscheidest, achte besonders konsequent auf die Mess-Routine: aufrechte Sitzhaltung, Handgelenk auf Herzhöhe, ruhig sitzen, nicht sprechen.

Welche Beurer-Geräte für welchen Anwendungsfall

Wir bieten sowohl Oberarm- als auch Handgelenkgeräte an. Die folgende Übersicht hilft bei der Zuordnung.

Oberarmgeräte (BM-Serie):

  • BM 25 — der Klassiker: Übersichtliches Display, einfache Bedienung, XL-Manschette von 22 bis 36 cm. Solide Einstiegswahl ohne Überforderung.
  • BM 27 — universell und alltagstauglich: WHO-Risiko-Indikator, Speicher für 2 Nutzer, Bewegungserkennung. Pragmatische Wahl für Familien und regelmäßige Messer.
  • BM 81 — die App-Anbindung: Bluetooth-Verbindung zur beurer HealthManager Pro App. Werte automatisch übertragen, Verlaufsgrafiken, PDF-Export für die Praxis. Sinnvoll bei aktiver Verlaufsdokumentation.

Handgelenkgeräte (BC-Serie):

  • Kompakte Bauform mit klarem Display
  • Schnelle Anwendung, ohne Ärmel hochziehen zu müssen
  • Geeignet für unterwegs und Reisen
  • Ideal als Zweitgerät neben einem Oberarmgerät, etwa für die Arbeit oder die Reisetasche

Auswahl-Empfehlung:

  • Erstgerät bei Diagnose Bluthochdruck → Oberarmgerät (BM 27 oder BM 81)
  • Risikoprofil mit Diabetes, Arteriosklerose, höherem Alter → OberarmgerätA
  • Reise- oder Zweitgerät → Handgelenkgerät (BC-Serie)
  • Sehr großer Oberarmumfang (über 42 cm) → Handgelenkgerät als Alternative, vorab mit dem Arzt abstimmen
  • Bluetooth-Anbindung gewünscht → BM 81 (Oberarm)

Wer eine App-Anbindung möchte, sollte das BM 81 oder ein vergleichbares App-fähiges Modell wählen.

Mess-Routine speziell für Handgelenkgeräte

Wer sich für ein Handgelenkgerät entscheidet, gewinnt einen Großteil der Genauigkeit zurück, indem er die Mess-Routine konsequent einhält. Die folgenden Schritte sind die kritischen Stellschrauben.E

  1. 5 Minuten Ruhe vor der Messung — exakt wie bei Oberarmgeräten
  2. Aufrechte Sitzhaltung auf einem Stuhl mit Rückenlehne, beide Füße flach auf dem Boden, Beine nicht überkreuzen
  3. Manschette anlegen: ca. 1 cm unterhalb des Handballens, fest aber nicht stramm. Schmuck am Handgelenk vorher entfernen.
  4. Handgelenk in Herzhöhe positionieren: der Schlüsselschritt. Die ideale Position: den Arm auf einem Tisch ablegen, einen kleinen Kissen-Stapel oder einen aufgerollten Pullover unterlegen, sodass das Handgelenk auf Herzhöhe (etwa Mittelpunkt zwischen Schlüsselbein und Brustbein) liegt
  5. Hand entspannt: Faust nicht ballen, Finger locker
  6. Messung starten und während der gesamten Aufpump- und Ablassphase ruhig sitzen, nicht sprechen, nicht atmen anhalten
  7. Werte ablesen und dokumentieren
  8. Zweite Messung nach 1 Minute Pause: der Mittelwert ist aussagekräftiger als eine Einzelmessung

Unsere Handgelenkgeräte unterstützen dich mit einer Positions-Anzeige: ein Indikator zeigt, ob das Handgelenk auf Herzhöhe ist. Diese Funktion macht Mess-Fehler durch falsche Höhenposition sofort sichtbar — eine der wichtigsten technischen Hilfen für die Selbstmessung.

Plane die Messung in einen ruhigen Tagesmoment ein. Direkt nach Treppensteigen, Sport oder einer hektischen Tätigkeit liegen die Werte 10 bis 30 mmHg über dem Ruhewert — egal welches Gerät du nutzt.

Häufige Fehlerquellen bei beiden Bauformen

Manche Mess-Fehler treten bei Oberarm- und Handgelenkgeräten gleichermaßen auf. Wer sie kennt, vermeidet sie automatisch.

Allgemeine Fehlerquellen:E

  • Keine ausreichende Ruhephase vor der Messung — der häufigste Einzelfehler
  • Sprechen, Telefonieren oder Smartphone-Nutzung während der Messung
  • Übergeschlagene Beine oder schiefer Oberkörper
  • Messung nach Kaffee, Schwarztee, Energy-Drink oder Nikotin innerhalb der letzten 30 Minuten
  • Nur eine Einzelmessung ohne Mittelwertbildung über zwei oder drei Messungen
  • Messung in der falschen Tageszeit oder unsystematisch verteilt
  • Nicht-validierte Geräte ohne Hochdruckliga-SiegelB

Spezifische Fehlerquellen Oberarmgerät:E

  • Falsche Manschettengröße — zu klein misst zu hoch, zu groß misst zu niedrig
  • Manschette zu locker oder zu stramm angelegt
  • Schlauch verdreht oder gequetscht
  • Messung über dicke Kleidung

Spezifische Fehlerquellen Handgelenkgerät:E

  • Handgelenk nicht in Herzhöhe — der Klassiker
  • Manschette zu eng am Handballen oder zu weit nach oben gerutscht
  • Faust geballt oder Hand verkrampft
  • Schmuck am Handgelenk nicht entfernt

Eine kleine Routine — fünf Minuten Ruhe, korrekte Manschettenposition, Mittelwert aus zwei Messungen — hilft, die meisten dieser Fehler zu vermeiden. Wer das diszipliniert einhält, erhält zuverlässigere Werte, die eine gute Grundlage für das Arztgespräch sind.

Werte und Geräte, die mit dem Arzt besprochen gehören

Die häusliche Selbstmessung ist eine Mitspielerin, keine Solistin. Bestimmte Konstellationen verlangen eine ärztliche Einordnung — entweder bei der Geräteauswahl oder bei der Bewertung der Werte.

Beim Geräteauswahl-Gespräch:

  • Wenn du Diabetes, Arteriosklerose, Rauchen oder höheres Alter hast und unsicher bist, ob ein Handgelenkgerät für dich genau genug misstA
  • Wenn dein Oberarmumfang außergewöhnlich groß oder klein ist und Standardmanschetten nicht passen
  • Wenn du Vorhofflimmern oder andere Herzrhythmusstörungen hast — manche Geräte erkennen das, andere nicht
  • Wenn du gleichzeitig mit unserer beurer HealthManager Pro App arbeiten möchtest und unsicher bist, ob das passt

Bei der Bewertung der Werte:

  • Wiederholt erhöhte Werte über 145/90 mmHg im Mittel mehrerer Messungen
  • Stark schwankende Werte ohne erkennbare Ursache
  • Sehr unterschiedliche Werte zwischen Praxismessung und Heimmessung
  • Vermutung, dass das Gerät ungenau misst — ein Vergleich in der Praxis schafft Klarheit

Sofort den Arzt oder Notruf bei:

  • Werten über 180/120 mmHg, vor allem mit Symptomen wie heftigen Kopfschmerzen, Sehstörungen, Brustschmerzen, Atemnot oder neurologischen Auffälligkeiten
  • Halbseiten-Schwäche, Sprach- oder Sehstörungen — Verdacht auf Schlaganfall
  • Sehr starken Schmerzen im Brustkorb mit Ausstrahlung in Arm oder Kiefer

Die Wahl Oberarm vs. Handgelenk ist nicht zwingend für ein ganzes Leben. Viele Menschen kombinieren beide Bauformen — ein Oberarmgerät zu Hause für die regelmäßigen Messungen, ein kompaktes Handgelenkgerät für unterwegs. Wer es entspannt angeht und auf die Messroutine achtet, gewinnt zuverlässige Daten und damit ein wertvolles Werkzeug für seine Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Produktansicht: Beurer BC 27
Produktansicht: Beurer BC 27

Oberarm- und Handgelenkgeräte im Vergleich

Kriterium Oberarm (BM-Serie) Handgelenk (BC-Serie)
Genauigkeit bei korrekter Anwendung Goldstandard Vergleichbar — bei korrekter Höhenposition
Empfindlichkeit für Anwendungsfehler Niedrig Höher (Position, Bewegung)
Eignung bei Diabetes / Arteriosklerose Sehr gut Eingeschränkt
Reise- und Praxistauglichkeit Größer, weniger flexibel Kompakt, ideal unterwegs
Manschettenwahl wichtig Ja — Größe muss zum Oberarm passen Nein — universell
Beispielmodelle BM 25, BM 27, BM 81 BC 32, BC 54

Weitere Fragen

Sind Oberarmgeräte genauer als Handgelenkgeräte?

Bei korrekter Anwendung sind beide vergleichbar genau. Oberarmgeräte sind weniger fehleranfällig, weil der Messpunkt automatisch in Herzhöhe liegt. Bei Risikogruppen wie Diabetikern, Arteriosklerose-Patienten, Rauchern und Älteren liefern Oberarmgeräte systematisch zuverlässigere Werte.

Wer sollte unbedingt ein Oberarmgerät wählen?

Personen mit Diabetes, Arteriosklerose, Rauchen, höherem Lebensalter (über 75 Jahre) und alle mit Durchblutungsstörungen an den Händen. Bei diesen Gruppen können Gefäßveränderungen die Handgelenkmessung verfälschen. Auch bei diagnostiziertem Bluthochdruck und medikamentöser Therapie ist das Oberarmgerät die erste Wahl.

Wann lohnt sich ein Handgelenkgerät?

Bei häufigen Reisen, sehr großen oder sehr kleinen Oberarmumfängen, eingeschränkter Schulterbeweglichkeit beim Anlegen einer Oberarmmanschette oder als zusätzliches Gerät für unterwegs. Voraussetzung: keine Risikofaktoren, die die Handgelenkmessung verfälschen, und konsequente Einhaltung der Herzhöhe.

Welche Beurer-Geräte gibt es für beide Bauformen?

Oberarmgeräte: BM 25 (Klassiker), BM 27 (universell mit WHO-Indikator), BM 81 (mit HealthManager-Pro-App-Anbindung). Handgelenkgeräte aus der BC-Serie mit kompakter Bauform und Positionsanzeige zur Herzhöhe. Alle Modelle sind klinisch validiert und tragen bei den entsprechenden Modellen das Hochdruckliga-Siegel.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist der Genauigkeitsunterschied zwischen den Bauformen?

Bei korrekter Anwendung gering — beide gelten als gleichwertig. Bei falscher Höhenposition kann das Handgelenkgerät um 5 bis 15 mmHg abweichen. Bei Personen mit Gefäßveränderungen liegen Handgelenkmessungen tendenziell systematisch ab. Eine 2016er Studie in CardioVasc beschreibt die Genauigkeit als bei vorsichtiger Anwendung zufriedenstellend, betont aber die Anfälligkeit für AnwendungsfehlerD.

Welche Manschettengröße brauche ich für ein Oberarmgerät?

Miss deinen Oberarmumfang in der Mitte zwischen Schulter und Ellenbogen. Standardmanschetten decken 22 bis 32 cm ab, größere 32 bis 42 cm. Bei Beurer ist die passende Manschette enthalten; größere Manschetten sind separat erhältlich. Eine zu kleine Manschette misst zu hoch, eine zu große zu niedrig.

Funktionieren Handgelenkgeräte bei Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern verfälscht die Messung beider Bauformen — die unregelmäßigen Herzschläge erschweren die korrekte Erkennung der Druckschwankungen. Manche Beurer-Modelle erkennen Vorhofflimmern oder Herzrhythmusstörungen und zeigen das per Symbol an. Bei diagnostiziertem Vorhofflimmern besprich die Geräteauswahl mit deinem Arzt.

Wie häufig sollte ich das Gerät kalibrieren oder überprüfen lassen?

Eine Werkskalibrierung alle zwei Jahre ist empfohlen, vor allem bei Geräten, die regelmäßig genutzt werden. Beurer bietet einen Service über autorisierte Stellen an. Im Alltag kannst du die Genauigkeit mit einem Vergleich in der Praxis prüfen — die Praxismessung sollte nahe an deiner sauber durchgeführten Heimmessung liegen.

Kann ich beide Bauformen parallel nutzen?

Ja, das ist sogar eine pragmatische Lösung: Oberarmgerät zu Hause für die regelmäßige Verlaufsdokumentation, Handgelenkgerät für unterwegs oder am Arbeitsplatz. Wichtig ist, dass du die Werte beider Geräte konsistent dokumentierst und dem Arzt die Bauform-Quelle nennst, wenn du Werte vorlegst.

Lohnt sich die App-Anbindung beim Oberarmgerät?

Wenn du regelmäßig misst und den Verlauf dokumentieren willst, ja. Die Beurer HealthManager Pro App speichert Werte automatisch, erstellt Mittelwerte und PDF-Exporte für die Praxis. Wer nur gelegentlich misst, kommt mit einem klassischen Blutdruckpass meist gut zurecht.

Quellen

  1. Blutdruck am Oberarm oder Handgelenk messen — Deutsche Herzstiftung
    Patientensprechstunde der Deutschen Herzstiftung zur Wahl zwischen Oberarm- und Handgelenkgerät, mit klaren Empfehlungen für Risikogruppen. Diente als Grundlage für die Empfehlung in »Warum Oberarmgeräte als Goldstandard gelten« (Oberarm als Goldstandard) und für die Risikogruppen in »Wann Handgelenkgeräte ungenauer messen können«.
  2. Blutdruckmessgeräte mit Prüfsiegel — Deutsche Hochdruckliga
    Übersicht der Deutschen Hochdruckliga zu zertifizierten Blutdruckmessgeräten mit klinisch validierter Messgenauigkeit. Direkte Quelle für die Bedeutung des Hochdruckliga-Siegels in »Wie sich Oberarm- und Handgelenkgeräte technisch unterscheiden« und für die Auswahlempfehlungen in »Welche Beurer-Geräte für welchen Anwendungsfall«.
  3. Wie genau ist die Blutdruckmessung am Handgelenk? — CardioVasc
    Fachartikel im CardioVasc-Journal zur Genauigkeit von Handgelenkgeräten und zu typischen Anwendungsfehlern. Diente als wissenschaftliche Grundlage für FAQ 1 (Genauigkeitsunterschied) und für die Risikogruppen-Liste in »Wann Handgelenkgeräte ungenauer messen können«.
  4. Bluthochdruck — alles was Sie wissen müssen — Deutsche Herzstiftung
    Übersichtsartikel der Deutschen Herzstiftung zu Bluthochdruck, Diagnostik und Selbstmessung. Quelle für die Werteinordnung und Notfall-Konstellationen in »Werte und Geräte, die mit dem Arzt besprochen gehören«.
  5. Richtig Blutdruckmessen in 5 Schritten — Deutsche Hochdruckliga
    Kompaktes Merkblatt der Deutschen Hochdruckliga mit den fünf zentralen Schritten der Selbstmessung. Diente als methodisches Vorbild für die Mess-Routine in »Mess-Routine speziell für Handgelenkgeräte« und »Häufige Fehlerquellen bei beiden Bauformen«.
  6. Ob Handgelenk oder Oberarm — Deutsche Apotheker Zeitung
    Fachbeitrag der Deutschen Apotheker Zeitung mit Vergleich der gängigen Modelle in der Apotheke. Quelle für die Anwendungsempfehlungen in »Wo Handgelenkgeräte ihre Stärken haben« (Stärken Handgelenkgerät) und »Welche Beurer-Geräte für welchen Anwendungsfall« (Geräteauswahl).
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